Dez 07 12

Nänie

In den Nächten des Alleinseins übe ich lächelnd das Sterben,
den leisen Tod,
mit allen Quellen, die in Sehnsucht rinnen.

Vergebt mir, wenn ich nicht wiederkehre,
aber man schreit zwischen unseren Küssen.
Das Bett liegt voll Toter.

Vielleicht begegnen wir uns wieder,
aber dort, wo ich Euch verlassen habe,
trefft ihr mich nicht wieder.

Meine Träume werden fahl
und ich springe herab vom Leibe meiner Mutter.

Komm zu mir Apokalypse in dieser Nacht -
wir schlafen engumschlungen.

Dez 07 7

Ich

Ich
hüte
meine Vergangeneit
und mich
Ich
war
nie Kind
nur Ideologie
Ich
trug
Träume
meines Vaters
Ich
nehme
mein nicht
gelebtes Leben
nun
Ich
weine
immerfort
um Mutter
Ich
gehe
allein

Nov 07 19

Schäume

In den nicht gelebten Träumen,
den ungenutzten Chancen,
den alltäglichen Phantastereien
geht der Glanz und die Pracht
des wachen Erlebens unter
und die Türen der Lebendigkeit
werden verschlossen bleiben,
bis daß der Tod das nicht
gelebte Leben scheidet.

Nov 07 12

Traumgestalt

Bei dir
wird mein Herz
zur weiten See,
benommen vom Herbstwind
deiner Schönheit.

Mein seidenes Gewand
wartet nur darauf,
von dir abgelegt zu werden.

Kleide mich in dir,
ich will neu erwachen.

Will dir Mann sein,
dein unverhoffter Traum,
der sich heranschleicht
wie ein Dieb in der Nacht.

Hast du gewußt,
daß ich schon ein Leben lang
darauf gewartet habe,
von dir befreit zu werden?

Denn dein Mantel
wird zu meiner Festung,
unüberwindbar für die Wirklichkeit.

Deine Träume sind der Schlüssel,
mich freizulegen,
mich zu entblößen.