Zwischen dem Trübsal und der Melancholie
liegt der schwangere Schmerz der Depression.
Was ist ein Leben wert,
wenn vor lauter Wunden der Kindheit
kein Körper mehr zu fühlen ist
und die Narben nur durch
das Morphium der Frustration verdrängt werden können?
Narben
Wie sehr
Ich blicke aus meiner sicheren Behausung
ins durchnässte Freie.
Was geschieht,
wenn hungernder Boden
von bitteren Regentropfen gesättigt wird?
Ein einsamer Vogel
(gibt es einsame Freiheit?)
sitzt unterdessen,
wohlbehütet unter mächtigem Blättern,
auf einen von mir
angesägten Ast.
Noch vor wenigen Tagen
habe ich an Türen geklopft,
die fremde Namen trugen.
Kein Weg schien mir zu weit.
Hoffentlich erinnern sich
weitgereiste Damen an meine Gaben:
Angst, Kummer, Schmerz.
Wie sehr wäre ich doch
Teil von etwas
schicksalslos Unbeständigem.
Mein Blick
Mein Blick
durch dich
von dir
zu mir
im Leben
dem Tod vergeben
der Liebe
dem Schmerz entgehen.
Was bleibt, ist der Schmerz
Hat sie mir nicht sagen wollen, daß sie mich liebt,
aber die Angst und die Scheu sie davon abhält
Ist nicht jede Liebe
ein Zurückweichen vor dem Unaussprechlichen
Oh, ich hätte ihr Gründe geben können,
mich nicht zu begehren, micht nicht zu wünschen
und nicht zu verlangen
Aber Hunger kann die absurdesten Wünsche entstehen lassen
wie der kurze Traum zwischen unseren Leibern
Was bliebe denn schon von der Sehnsucht,
wenn sie nicht schmerzen würde





