
Dies ist die weibliche Gestalt,
Ein göttlicher Nimbus haucht von ihr aus von Kopf bis Fuß,
Sie zieht an mit heißer, unwiderstehlicher Anziehungskraft,
Ich werde eingesogen von ihrem Atem, als wäre ich nur ein
Hilfloser Dunst, alles versinkt außer mir und ihr,
Bücher, Kunst, Religion, Zeit, die sichtbare, feste Erde und
was vom Himmel erhofft und von Hölle gefürchtet
wurde, ist jetzt verweht,
Wilde Fühlfäden, unbändige Blitze zucken aus ihr, das
Widerspiel auch unbändig,
Haar, Busen, Hüften, Biegung der Beine, lässiges Sinken
der Hände ganz gelöst, die meinigen auch gelöst,
Ebbe, gestachelt von Flut, und Flut gestachelt von Ebbe,
Liebesfleisch, schwellend und lustvoll schmerzende,
Üppige, reine Strahlen der Liebe, heiß und gewaltig,
zuckender Gallert der Liebe, weißer Gischt und
rasender Saft
Bräutigam, Liebesnacht, sicher und weich eindringend in die
hingegebene Morgendämmerung,
Verwogend in die willige, nachgiebige Tageshelle,
Verloren in der umklammernden Tageshelle süßes Fleisch
Walt Whitmann (Auszug aus ‚Ich singe den Leib, den elektrischen‘)
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