Nov 07 18

Wie sehr

Ich blicke aus meiner sicheren Behausung
ins durchnässte Freie.
Was geschieht,
wenn hungernder Boden
von bitteren Regentropfen gesättigt wird?

Ein einsamer Vogel
(gibt es einsame Freiheit?)
sitzt unterdessen,
wohlbehütet unter mächtigem Blättern,
auf einen von mir
angesägten Ast.

Noch vor wenigen Tagen
habe ich an Türen geklopft,
die fremde Namen trugen.
Kein Weg schien mir zu weit.
Hoffentlich erinnern sich
weitgereiste Damen an meine Gaben:
Angst, Kummer, Schmerz.
Wie sehr wäre ich doch
Teil von etwas
schicksalslos Unbeständigem.

Nov 07 4

Was bleibt, ist der Schmerz

Hat sie mir nicht sagen wollen, daß sie mich liebt,
aber die Angst und die Scheu sie davon abhält

Ist nicht jede Liebe
ein Zurückweichen vor dem Unaussprechlichen

Oh, ich hätte ihr Gründe geben können,
mich nicht zu begehren, micht nicht zu wünschen
und nicht zu verlangen

Aber Hunger kann die absurdesten Wünsche entstehen lassen
wie der kurze Traum zwischen unseren Leibern

Was bliebe denn schon von der Sehnsucht,
wenn sie nicht schmerzen würde