Gestern noch wußte ich ihren Namen,
kannte ihre Schatten.
Heute ist sie ein Gestirn,
das kein Gewand mehr trägt.
Enthüllt liegt sie auf ihrem Bett,
gebärt ein neues Licht.
Sie hat ihren Leib gegeben und
wird nun sanft entschlafen,
schaut ein letztes Mal
in mein Gesicht
und entthront den letzten Kummertau.
Dann geht sie fort,
für immer dem Leben entschwunden.
Ich bin Beschützer des neuen Sterns,
werde ihrer gedenken,
bei jedem herannahenden Sonnenstrahl,
bei jedem Lächeln ihres Prinzen,
bei jeder Schwermut meines Herzens.
Du mußt deinen Verstand verloren haben,
wenn du mir ohne Bedenken
einen Kuß auf die Lippen drückst
und dein Herz fliegen läßt,
als würdest du weder ein Gestern
noch ein Morgen kennen.
Wenn der südbrasilianische Duft des Kaffees
frühmorgens in meine Nase kriecht und
der Geruch einer mir wohlvertrauten Haut
mein wildes Herz besänftigt,
habe ich keinen sehnlicheren Wunsch
als jemanden für dieses unsagbare Glück zu danken
das mir widerfährt und so umarme ich
ganz vorsichtig diese Frau
die neben mir liegt und die
herannahenden Sonnenstrahlen
mit einem herzlichen Lachen begrüßt.
Ich hatte Angst,
ich könnte am nächsten Morgen
neben dir aufwachen und
nicht wieder fortgehen wollen.
Ich hatte Angst,
mein bisheriges Leben
liegen zu lassen und
in deines einzutauchen.
Wäre ich zu dir ins Auto gestiegen und
hätte deine Einladung angenommen,
so hätte ich auf Spiel gesetzt,
nicht mehr der zu sein,
der ich einmal gewesen bin.
Ich würde mein Zuhause verlassen,
mein Frau und die Kinder,
meine Freunde und mein Dasein.
Ich würde zu dir ins Bett steigen,
dich anblicken und
alles um mich herum vergessen.
Ich hatte Angst,
mich aufzulösen und
in dir zu verlieren,
in deine Tiefe unterzugehen.
Laß dich nicht von mir narren. Laß dich nicht durch das Gesicht täuschen, das ich mache. Denn ich trage tausend Masken, die ich fürchte abzulegen. Und keine davon bin ich. So tun als ob ist eine Kunst, die mir zur zweiten Natur wurde. Aber laß dich dadurch nicht täuschen, um Gottes Willen, laß dich nicht von mir narren.
Ich mache den Eindruck, als sei ich umgänglich, als sei alles sonnig und heiter in mir, innen wie außen, als sei mein Name Vertrauen und mein Spiel Kühle, als sei ich ein stilles Wasser und als könne ich über alles bestimmen, so als brauchte ich niemanden. Aber glaube mir nicht, bitte glaube mir nicht ! weiterlesen →
Ihr Tagebuch
Am Samstag Abend hat er sich echt komisch verhalten. Wir wollten noch auf ein Bier ausgehen. Ich war den ganzen Tag mit meinen Freundinnen beim Einkaufen und kam deswegen zu spät – womöglich war er deswegen sauer.
Irgendwie kamen wir gar nicht miteinander ins Gespräch, so dass ich vorgeschlagen habe, dass wir woanders hingehen, wo man sich besser unterhalten kann. Er war zwar einverstanden, aber blieb so schweigsam und abwesend. Ich fragte, was los ist, aber er meinte nur „nichts“.
Dann fragte ich, ob ich ihn vielleicht geärgert habe. Er sagte, dass es nichts mit mir zu tun hat und dass ich mir keine Sorgen machen soll. Auf der Heimfahrt habe ich ihm dann gesagt, dass ich ihn liebe, aber er fuhr einfach weiter.
Ich versteh ihn einfach nicht, warum hat er nicht einfach gesagt „ich liebe Dich auch“. Als wir nach Hause kamen fühlte ich, dass ich ihn verloren hatte, dass er nichts mehr mit mir zu tun haben wollte. Er saß nur da und schaute fern – er schien weit weg und irgendwie abwesend.
Schließlich bin ich dann ins Bett gegangen.
Er kam 10 Minuten später nach und zu meiner Überraschung hat er auf meine Liebkosungen reagiert und wir haben uns geliebt. Aber irgendwie hatte ich immer noch das Gefühl, dass er abgelenkt und mit seinen Gedanken weit weg ist. Das alles wurde mir zuviel, so dass ich beschlossen habe, offen mit ihm über die Situation zu reden, aber da war er bereits eingeschlafen.
Ich habe mich in den Schlaf geweint. Ich weiß nicht mehr weiter. Ich bin fast sicher, dass er eine andere hat. Mein Leben hat keinen Sinn mehr.
Sein Tagebuch
Heute hat der VfB verloren, aber wir hatten prima Sex.