Kategorie: Gedichte ↓

Nov 07 18

Mein Saft, dein Herz

Laß uns geschlechtlich fusionieren,
die Leiber ineinanderschmiegen
und uns sehnen.
War der Höhepunkt atemraubend,
meine kleine Konkubine?
Hattest du Spass, als ein Teil von mir in dir starb?
Mir ist übel von all dem Schweiß,
der vom Ventilator an der Decke
durch das Zimmer springt.
Verflucht, hast du vielleicht geglaubt,
ich würde von dir lassen?
Eine kurze Kopulation kann ja so naive Wehen erzeugen!
Ich werde mich dir geben in den Nächten der Einsamkeit.
Ich werde dein Herz mit meinem Säften benebeln.
Dann, etwas später,
will ich mich entschuldigen für all das,
was ich dir nicht geben wollte.

Nov 07 18

Fluchtwärts

Bin tiefes Gewässer
und seichter Flußlauf,
zähflüssige Lava
und sanftes Blut.

Verliere meinen Kopf
in deinem Schoß,
verliere meine Kontrolle
in deiner Hingabe.

Habe die Welt bereist
und erst
in deinen Armen
meine Heimat gefunden.

Nov 07 18

Warum ich schreibe

Ich schreibe,
um mir selbst zu beweisen, daß ich lebe.
Ich verfalle der Illusion,
vergangene Gefühle an ein Blatt Papier fesseln zu können
und in Momenten der Einsamkeit
ein Gedicht der Liebe oder Hoffnung
oder des Mutes und der Träume
aus der Schublade zu zerren.
Wenn ich dann erkenne,
daß ich mein Leben in der Vergangenheit lebe,
greife ich flugs zum Telefonhörer
und frage dich, ob ich rüberkommen kann zu dir
und sich unsere Lippen treffen könnten.

Nov 07 18

Hungrig

Geliebte,
reiche mir ein Laib Brot
als Ersatz für deinen fehlenden Kuß.
Ich werde es behüten
wie einen satten Mund.

Jeden Tag breche ich es entzwei,
mit der Hoffnung,
den Geschmack der Liebe
auf meiner Zunge
nicht zu vergessen.

Nov 07 18

Herzschlag

Wenn der Verstand zu laut wird,
hört man das sanfte Schlagen
des Herzens nicht mehr.

Nov 07 18

Geborgenheit

Ich hauchte mein Leben aus,
um den verzweifelten Sehnen
nach Geborgenheit
den Atem zu stehlen.

Nov 07 18

Mein Blick

Mein Blick
durch dich
von dir
zu mir
im Leben
dem Tod vergeben
der Liebe
dem Schmerz entgehen.

Nov 07 18

Frost

Ich liege neben dir, entblößt und frierend,
in dem viel zu kleinem Bett,
blase das schwache Kerzenlicht aus,
lege meine Kälte in deine Hände,
warte auf Regung, Bewegung, Berührung.

Du drehst dich zur Seite, wendest dich ab,
behältst die Wärme für dich und
flüsterst mir noch „Gute Nacht“ ins Ohr.
Ich kann nicht schlafen.
Meine Augen starren die Decke an,
dann dich.