Wenn der südbrasilianische Duft des Kaffees
frühmorgens in meine Nase kriecht und
der Geruch einer mir wohlvertrauten Haut
mein wildes Herz besänftigt,
habe ich keinen sehnlicheren Wunsch
als jemanden für dieses unsagbare Glück zu danken
das mir widerfährt und so umarme ich
ganz vorsichtig diese Frau
die neben mir liegt und die
herannahenden Sonnenstrahlen
mit einem herzlichen Lachen begrüßt.
Kategorie: Gedichte ↓
Morgens
Auflösung
Habe mich nicht getraut
bei dir zu übernachten.
Ich hatte Angst,
ich könnte am nächsten Morgen
neben dir aufwachen und
nicht wieder fortgehen wollen.
Ich hatte Angst,
mein bisheriges Leben
liegen zu lassen und
in deines einzutauchen.
Wäre ich zu dir ins Auto gestiegen und
hätte deine Einladung angenommen,
so hätte ich auf Spiel gesetzt,
nicht mehr der zu sein,
der ich einmal gewesen bin.
Ich würde mein Zuhause verlassen,
mein Frau und die Kinder,
meine Freunde und mein Dasein.
Ich würde zu dir ins Bett steigen,
dich anblicken und
alles um mich herum vergessen.
Ich hatte Angst,
mich aufzulösen und
in dir zu verlieren,
in deine Tiefe unterzugehen.
Eroberung
Du sagst,
du willst, dass ein Mann
um dich kämpft und dein Herz erobert.
Wundere dich dann aber nicht,
wenn er von all den Schlachten
erschöpft und verwundet zu dir kommt
und dein Streicheln
mit einem Schwerthieb antwortet.
for tanya
knoten in der brust
als ich zu erkennen glaubte
doch mehr kam nicht
als ein tropfen
der uns
sekundenlang
verband
Nänie
In den Nächten des Alleinseins übe ich lächelnd das Sterben,
den leisen Tod,
mit allen Quellen, die in Sehnsucht rinnen.
Vergebt mir, wenn ich nicht wiederkehre,
aber man schreit zwischen unseren Küssen.
Das Bett liegt voll Toter.
Vielleicht begegnen wir uns wieder,
aber dort, wo ich Euch verlassen habe,
trefft ihr mich nicht wieder.
Meine Träume werden fahl
und ich springe herab vom Leibe meiner Mutter.
Komm zu mir Apokalypse in dieser Nacht -
wir schlafen engumschlungen.
Monika
In der Nacht trug der Wind unsere Kleidung fort
und lud zu seinem Spiel ein.
Wir ließen die Körper im Sand nieder,
der von der Tageshitze noch aufgewärmt war.
Die Sterne beobachteten uns,
die Wellen des Meeres waren Zeuge
unserer entblößten Umarmung.
Deutlich spüre ich noch
die Fährten deiner Hände
in meinem Rücken
als wir uns zwischen
den schützenden Dünen liebten.
Am nächsten Morgen
klebte der Geschmack
deiner salzigen Haut
auf meiner Zunge
und etwas später wurde es Zeit,
Abschied zu nehmen
…
und dein Mann
ist mir noch immer gänzlich
unbekannt.
Ich
Ich
hüte
meine Vergangeneit
und mich
Ich
war
nie Kind
nur Ideologie
Ich
trug
Träume
meines Vaters
Ich
nehme
mein nicht
gelebtes Leben
nun
Ich
weine
immerfort
um Mutter
Ich
gehe
allein
Glücksmomente
Mit festem Griff umfasse ich ihre zarte Taille,
ergreife ihr verletzliches Becken,
gleite mit den Händen ihren Rückenkamm hinab,
während sie leicht und zutraulich auf meinem Schoß sitzt.
Sie beugt sich vornüber,
ihr Haar fällt in mein Gesicht,
kitzelt meine Wangen
und zaubert ein Lächeln hinein.
Glücksmomente wie diese
sind Balsam für die Wunden,
die der grobe Alltag in uns hineinschlägt.





